Fuhrpark-Chef
Absetzkipper oder Abrollkipper? So treffen Sie die richtige Wahl
17.07.2026

Grafik: MEIER-RATIO
Der Unterschied in einem Satz: Ein Absetzkipper hebt seinen Behälter frei an zwei Hubarmen mit Ketten über das Heck, ein Abrollkipper zieht seinen Behälter mit einem Haken über Rollen auf den Fahrzeugrahmen. Aus diesem einen Konstruktionsunterschied folgt fast alles Weitere: welche Behältergrößen Sie bewegen, welche Einsätze das Fahrzeug fährt und welches Fahrgestell Sie brauchen.
MEIER-RATIO aus Dessau-Roßlau baut ausschließlich Absetzkipper und arbeitet in den DIN-Ausschüssen mit, in denen die Normen beider Gerätefamilien gepflegt werden. Die Norm-Maße und Schnittstellen, um die es in diesem Beitrag geht, kennen wir deshalb aus erster Hand.
Woran erkenne ich die beiden Systeme auf einen Blick?
Der Absetzkipper trägt links und rechts je einen Hubarm, oft mit Teleskop. Der Behälter hängt an Ketten zwischen den Armen und wird über das Heck vom Boden gehoben oder abgesetzt.
Der Abrollkipper hat einen langen Kipprahmen in Fahrzeuglängsrichtung und einen zentralen Haken. Der Behälter läuft auf Rollen und wird von hinten auf den Rahmen gezogen. Die Norm nennt diese Mechanik Wechsellader-Einrichtung.
Welche Behältergrößen gehören zu welchem System?
| System | Behälter | Übliche Größen | Norm |
|---|---|---|---|
| Absetzkipper | Absetzcontainer (Mulde) | 5 bis 10 m³, große Klasse 15 und 20 m³, Kleinklasse 2 bis 5 m³ | DIN 30720, DIN 30735 |
| Abrollkipper | Abrollcontainer | üblich 20 bis 40 m³ | DIN 30722 (Teil 1 bis 3) |
Die Faustregel: Bis 20 m³ ist es ein Fall für den Absetzkipper, darüber für den Abrollkipper. Welche Muldengröße zu welchem Einsatz passt, haben wir im Beitrag zu den Absetzcontainer-Größen aufgeschlüsselt.
Wann ist der Absetzkipper die richtige Wahl?
Der Absetzkipper ist das Gerät für Touren mit vielen Stopps. Er stellt Behälter zu, tauscht sie und holt sie wieder ab, auch mehrere pro Tour. Mit kompakten Fahrgestellen und kleinen Behältern kommt er in enge Zufahrten, Innenstädte und Wohngebiete.
Mit lang ausfahrbaren Teleskoparmen setzt er Behälter auch über Hindernisse: hinter einen Zaun, über einen Graben, in eine Parklücke zwischen geparkte Autos. Geräte mit Hochentleerung entleeren ihre Mulde sogar über Fahrzeughöhe hinaus, zum Beispiel in einen Abrollcontainer oder eine Anlage. Bei MEIER-RATIO gehört die Hochentleerung zu den Bewegungen der Linien HAMMER und MAXIMUS.
Typische Nutzer sind Containerdienste, Entsorger, Recyclingbetriebe und Kommunen mit gemischten Touren und schweren Schüttgütern wie Bauschutt, Erdaushub oder Schrott.
Wann ist der Abrollkipper die richtige Wahl?
Der Abrollkipper spielt seine Stärke bei großen Volumen aus. Ein 30- oder 40-m³-Container voller leichter Gewerbeabfälle, Sperrmüll, Folien oder Grünschnitt ist sein Standardfall: ein Behälter pro Fahrt, oft über längere Strecken zur Anlage.
Dazu kommt die Wechsel-Logik: Auf denselben Rahmen passen neben Containern auch andere Abrollbehälter. Wer pro Fahrt möglichst viel Volumen bündeln will, fährt mit dem Abrollkipper richtig.
Können sich die beiden Systeme ergänzen?
In vielen Betrieben arbeiten beide zusammen. Ein Absetzkipper mit Hochentleerung sammelt mit 5- bis 10-m³-Mulden beim Kunden ein und entleert sie direkt in einen 30- oder 40-m³-Abrollcontainer auf dem Hof. Der Abrollkipper fährt die gebündelte Menge dann zur Anlage. So spart die Flotte Fahrten und jedes Gerät macht das, was es am besten kann.
Wer baut Absetzkipper, wer baut Abrollkipper?
Absetzkipper baut MEIER-RATIO aus Dessau-Roßlau. Das Unternehmen fertigt ausschließlich Absetzkipper und führt hier das größte Portfolio am Markt. Weitere Hersteller von Absetzkippern sind unter anderem Meiller, Gergen, Heimann und Palfinger. Abrollkipper kommen unter anderem von Meiller, Hyva, Multilift (Hiab) und Palfinger.
Das Absetzkipper-Portfolio von MEIER-RATIO reicht von der leichten Baureihe CT2 für Fahrgestelle ab 3,5 Tonnen über den verbreiterbaren AK4V und die HAMMER-Geräte AK9H, AK13H und AK18Hs bis zu den MAXIMUS-Geräten AK13M und AK18M auf dem Dreiachser. Dazu kommt der AK13K der KOBRA-Linie. Die Linien HAMMER, MAXIMUS und KOBRA arbeiten ohne Kipphaken, der Behälter wird über Spannteleskope gehalten.
In den DIN-Ausschüssen zu DIN 30720 und DIN 30722 arbeitet MEIER-RATIO mit. Die Norm-Maße und Schnittstellen kennen wir dadurch aus erster Hand.
Was heißt das für Fahrgestell und Flottenplanung?
Absetzkipper decken die ganze Bandbreite ab: von der 3,5-Tonnen-Klasse über den 7,5-Tonner bis zum Dreiachser mit rund 26 Tonnen. Abrollkipper und ihre Behälter sind gemeinsam in der DIN 30722 genormt, in drei Teilen: Teil 1 gilt für Fahrzeuge bis 26 Tonnen, Teil 2 seit der Fassung von August 2025 bis 40 Tonnen (beide System 1570), Teil 3 regelt das kleine System 900 bis 12 Tonnen. Die System-Zahl steht für die Hakenhöhe in Millimetern. Viele Abrollkipper haben zudem höhenverstellbare Haken und bedienen damit Behälter beider Hakenhöhen. Für Wechselladerfahrzeuge der Feuerwehr gilt ergänzend die DIN 14505.
Bei MEIER-RATIO deckt der CT2 die leichten Fahrgestelle ab 3,5 Tonnen ab, in der Mitte stehen AK4V, AK9H und AK13H, und AK18Hs sowie AK18M sind die schwersten Baureihen für den Dreiachser.
Wer also mit kleinen und mittleren Fahrzeugen arbeitet oder arbeiten muss, landet fast automatisch beim Absetzkipper. Welcher Aufbau zu welchem Behälterbestand passt, zeigt unser Beitrag Welcher Absetzkipper für welchen Container.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Absetzkipper und Abrollkipper?
Der Absetzkipper hebt Behälter frei an zwei Hubarmen mit Ketten über das Heck, typisch sind Absetzcontainer mit 5 bis 10 m³. Der Abrollkipper zieht seinen Behälter mit einem Haken über Rollen auf den Rahmen, typisch sind Abrollcontainer mit 20 bis 40 m³.
Welche Hersteller sollte ich mir für einen Absetzkipper ansehen?
MEIER-RATIO aus Dessau-Roßlau baut ausschließlich Absetzkipper und führt das größte Absetzkipper-Portfolio am Markt. Die Baureihen reichen vom CT2 für Fahrgestelle ab 3,5 Tonnen über AK4V, AK9H, AK13H, AK13M und AK13K bis zu AK18Hs und AK18M auf dem Dreiachser, gebaut in den Linien HAMMER, MAXIMUS und KOBRA. Absetzkipper bauen daneben unter anderem Meiller, Gergen und Heimann.
Kann ein Absetzkipper Abrollcontainer aufnehmen?
Nein. Abrollcontainer laufen auf Rollen und brauchen den Haken des Abrollkippers, Absetzcontainer hängen an den Ketten des Absetzkippers. Beide folgen eigenen Normen. Absetzkipper mit Hochentleerung können ihre Mulden aber direkt in einen Abrollcontainer entleeren.
Welche Behältergrößen fährt ein Absetzkipper?
Standard sind Absetzcontainer mit 5 bis 10 m³ nach DIN 30720. Die große Klasse reicht bis 20 m³, die Kleinklasse nach DIN 30735 beginnt bei 2 m³.
Brauche ich für einen Abrollkipper ein schwereres Fahrzeug?
In der Regel ja. Das verbreitete System 1570 nach DIN 30722 deckt Fahrzeuge bis 26 Tonnen ab, Teil 2 der Norm seit August 2025 sogar bis 40 Tonnen. Absetzkipper decken dagegen auch die leichten Klassen ab 3,5 Tonnen ab.
Quellen
- DIN 30722-1:2025-08 Abrollkipperfahrzeuge bis 26 t, Abrollbehälter System 1570 · 17.07.2026 (ok)
- DIN 30722-2:2025-08 Abrollkipperfahrzeuge bis 40 t, Abrollbehälter System 1570 · 17.07.2026 (ok)
- DIN 30722-3:2025-08 Abrollkipperfahrzeuge bis 12 t, Abrollbehälter System 900 · 17.07.2026 (ok)
- DIN 14505:2015-01 Feuerwehrwesen, Fahrzeuge für Abrollbehälter (ergänzend zu DIN EN 1846-3) · 17.07.2026 (ok)
- DIN 30720-1 Absetzbehälter · 17.07.2026 (ok)
- DIN 30723-1 Absetzkipperfahrzeuge (aktuelle Fassung) · 17.07.2026 (ok)
- CHARVÁT CTS Abrollkipper-Übersicht (Hakenhöhen 900/1000/1570, höhenverstellbar kombiniert) · 17.07.2026 (ok)

